Sonntag, 13. April 2008

Freitag der 13.

...war heute vor 24 Jahren.
Da stand im damaligen sozialistischen Karl - Marx - Stadt,heute wieder Chemnitz, eine 35 jährige junge Frau mit ihrem kleinen 6 jährigen Sohn auf dem Hauptbahnhof und verabschiedete sich von ihrer Mutti , ihrer Freundin und deren Bruder. Sie trat nach 2 jähriger Wartezeit ihre Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland an. Alle heulten sie durcheinander, denn sie wußten nicht, wann sie sich mal wieder hören, geschweigedenn wieder sehen würden.
Sie war nicht die einzigste, die an diesem Freitag den Sonderzug von Dresden nach Giessen über Kassel bestieg. Gegen 8 Uhr ging es dann für immer in ein unbekanntes Land, welches sie nur aus dem Westfernsehen, von ihrer Brieffreundin und ihrer verstorbenen Tante, kannte. Nachdem sie die Grenze, Gerstungen - Bebra, passiert hatte kam es ihr vor, als hätte sie 35 Jahre unter der Erde gelebt. Sicher hat der Sonnenschein dazu beigetragen, die Häuser waren alle hell und die Vorgärten waren so schön gepflegt.
In Giessen waren an diesem Freitag über 600 ehemalige DDR - Bürger eingetroffen, das überstieg deren Bettenkapazität. Es wurden mit einem, oder mehreren Bussen, da kann sie sich nicht mehr genau daran erinnern, die Menschen in einem Gewerkschaftsheim in Laubach, ca. 30km von Giessen entfernt, untergebracht.
Am Samstag und am Montag wurden dann die ganzen Formalitäten im Aufnahmelager erledigt.
Am 17.04.1984 reisten die beiden dann weiter nach Niedersachsen in das kleine Städtlein Seesen am Harz.

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